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CERN setzt auf Netzwerklizenzlösung mit COMSOL Multiphysics
Göttingen, (12. Dezember 2011) — Die Comsol Multiphysics GmbH gibt heute bekannt, dass das CERN, die Europäische Organisation für Kernforschung sowie das weltweit führende Forschungslabor für Teilchenphysik, mehrere Netzwerklizenzen von COMSOL Multiphysics und eine Reihe an Zusatzmodulen erworben hat. Durch diese Lizenzvereinbarung steht die Software nun allen Ingenieuren und Forschern des CERNs zur Verfügung. COMSOL Multiphysics ermöglicht es ihnen nun Simulationen physikalisch basierter Systeme in Forschung, Systemauslegung und Entwicklung unter realistischen Bedingungen durchzuführen.
Das CERN wird von 20 europäischen Mitgliedsstaaten und unter der Beteiligung mehrerer außereuropäischer Staaten betrieben. Wissenschaftler aus aller Welt nutzen die Einrichtungen des CERN. Die wissenschaftlichen und technischen Mitarbeiter des Forschungslabors entwickeln und bauen Teilchenbeschleuniger und stellen ihren ordnungsgemäßen Betrieb sicher. Außerdem unterstützen sie die Vorbereitung, Durchführung, Analyse und Interpretation der Daten der komplexen wissenschaftlichen Experimente. Das CERN beschäftigt 2500 festangestellte Forscher, die von etwa 9500 Gastwissenschaftlern von 608 Universitäten aus 113 Nationen unterstützt werden.
„Das CERN lockt weltweit führende Wissenschaftler und Forscher an und wir fühlen uns geehrt, dass diese Experten COMSOL als einen der führenden Modellierungscodes anerkennen und unser Programm dem Softwareportfolio des CERN hinzufügen“, sagte Dr. Sven Friedel, Geschäftsführer der COMSOL Multiphysics GmbH in Zürich, der die Vereinbarung in die Wege leitete. „Diese Lizenzvereinbarung bestätigt deutlich den Wert unserer Software bei der Unterstützung in der Entwicklung und in der Durchführung der weltweit größten wissenschaftlichen Experimente.“
Von Einzelplatz- zu Netzwerklizenzen
COMSOL erfreut sich im CERN einem wachsenden Interesse. Pierre Baehler, Manager CAD/CAE Support Team der Organisation, erläutert: „Wir haben 2007 mit der Nutzung von COMSOL durch eine Einzellizenz begonnen. Der Anwender war damit sehr erfolgreich, seine Kollegen interessierten sich dafür und kurz danach wurden weitere Einzellizenzen angeschafft. Mittlerweile kommen Diplomanden und Forscher, die bereits an ihren Universitäten mit COMSOL Produkten gearbeitet haben, für ihre Forschungsstudien zum CERN. Die gestiegene Zahl der Anfragen von diesen Personen und anderen CERN Forschern hat das Komitee zur Auswahl von Engineering Software veranlasst, nun mehrere Netzwerklizenzen zu beziehen, die einen erweiterten Zugriff auf das Werkzeug ermöglichen. COMSOL hat ganz klar das Potenzial eines der wichtigen Werkzeuge für Engineering-Anwendungen am CERN zu werden.“
„Einer der Aspekte, die COMSOL für diese Anwender so attraktiv macht, ist seine Flexibilität“, erklärt Bernardo Bordini, ein Forscher, der die Software zuvor bereits am Fermilab (Chicago, IL) eingesetzt hatte und der erste COMSOL-Anwender am CERN war. „Hier am CERN beschäftigen wir uns mit sehr unkonventionellen Problemen. So nutzen wir zum Beispiel in meiner Studie über magneto-thermische Stabilität von Supraleitern die Maxwell Gleichungen in einem stark nicht linearen Bereich. Deshalb müssen wir die Standardgleichungen modifizieren, was mir COMSOL ermöglicht. Darüber hinaus verlassen wir uns auf die multiphysikalischen Eigenschaften der Software. Bei einigen unserer Systeme leiten wir beispielsweise Ströme aus Bereichen bei Raumtemperatur in eine Tieftemperaturumgebung. Dabei müssen wir das Zusammenspiel zwischen Wärmeübertragung, Strukturdynamik und elektromagnetischen Effekten genau untersuchen. Es ist schwierig eine andere Software zu finden, die genau dazu in der Lage ist.“
Von den multiphysikalischen Eigenschaften von COMSOL profitiert auch Rob Veenhof, Gruppenleiter der Simulationsgruppe RD51, einem internationalen Konsortium von 73 Universitäten und Forschungslaboratorien aus 25 Ländern, bei der Untersuchung von Gasdetektoren. Neben ihrer Forschungsarbeit führt die Gruppe außerdem weltweit Kurse durch, bei denen Promovierende und Promovierte im Rahmen der Zusammenarbeit an Simulationswerkzeuge herangeführt werden. Ein solcher Kurs wurde vor kurzem am CERN durchgeführt.
„COMSOL ist eines der Finite-Elemente- Pakete, die wir zur Bestimmung von Feldern einsetzen, die anschließend als Eingangsgrößen in unserem eigenen „Garfield“-Simulator verwendet werden. Des Weiteren vereinfacht COMSOL die Untersuchung der „Streamer“-Entstehung erheblich. Wir arbeiten hier mit einigen Differenzialgleichungen, die wir direkt in die Software eingeben können“, sagte Rob Veenhof, und fügte hinzu, dass die Gruppe außerdem Schäden durch Gasentladungen in den Detektoren untersucht. Er freut sich daher auf den Einsatz des Plasma Moduls von COMSOL, auf das er nun durch die neue Lizenzvereinbarung Zugriff hat.
Ein weiteres CERN-Experiment bei dem COMSOL von Nutzen war ist CMS, einer der Teilchendetektoren im Large Hadron Collider (LHC), ein unterirdischer Teilchenbeschleuniger mit einem Ringumfang von 27 km. Hierbei nutzte Bertrand Baudouy vom CEA (die französische Atomenergiekommission) die Software, um das Tieftemperaturkühlsystem auszulegen, welches die Magnete des CMS auf einer Temperatur von -269°C (4 K) hält. „Ich bin nun in der Lage, die Kühlkanäle der supraleitenden Magnete in etwa einer Woche auszulegen. Dafür wurden bisher zwei bis drei Monate benötigt“, erläutert Baudouy.
Keine Begrenzung bei der Anzahl der Kerne
Bezüglich der Entscheidung des CERNs zum Kauf der Software fügt Pierre Baehler hinzu: „Ein zusätzlicher attraktiver Aspekt war die Möglichkeit, eine einzelne Netzwerklizenz des CERN einsetzen zu können, um einen COMSOL Job auf einer beliebigen Anzahl von CPUs oder einem Rechencluster ablaufen zu lassen. Dies ist bei vielen anderen Produkten mit einem CPU bezogenen Lizenzschema nicht möglich. Es ist für uns wichtig, nicht auf eine bestimmte Anzahl an Kernen begrenzt zu sein, da wir unsere Computer-Ressourcen ständig aktualisieren und erweitern. Wir müssen keine neuen Lizenzen erwerben sondern können die Software auch auf neuer Hardware sofort einsetzen und die volle Rechenleistung nutzen, sobald die Hardware installiert ist.“
Dr. Sven Friedel von COMSOL, der das CERN bei der Implementierung der Software unterstützt hat, beschreibt die Zusammenarbeit wie folgt: „Beim CERN gehen die Forscher bei einer Reihe von Anwendungen und in der Modellierung über die heutigen Grenzen des Wissensstandes hinaus. Es wird deutlich, dass COMSOL ihnen eine Tür zu neuen Technologien öffnet und es den Forschern ermöglicht, ihre Kreativität frei zu entfalten. Dies passt sehr gut zu COMSOLs Ansatz intensiv mit den Anwendern zusammen zu arbeiten, um so Innovationen auf beiden Seiten voranzutreiben. Wir freuen uns darauf, zukünftig noch mehr Forscher des CERN in unserer aktiven Gemeinschaft willkommen zu heißen.“
Über das CERN
CERN, die europäische Organisation für Kernforschung, betreibt das weltweit führende Forschungslabor für Teilchenphysik. Seine Hauptaufgabe liegt in der Grundlagenphysik, der Erforschung der Zusammensetzung des Universums und seiner Funktion. Das CERN wurde 1954 gegründet und ist ein Musterbespiel internationaler Zusammenarbeit mit derzeit 20 Mitgliedsstaaten. Weitere Nationen aus aller Welt tragen zu den Forschungsprogrammen bei und nehmen daran teil.
Über COMSOL
COMSOL Multiphysics ist eine Software-Entwicklungsumgebung für die Modellierung und Simulation physikalisch-basierter Systeme. Ihre besondere Stärke ist ihre Eigenschaft, gekoppelte Phänomene zu berechnen. Optional verfügbare Module bieten anwendungsspezifische Tools für Akustik, Batterie- und Brennstoffzellensysteme, chemische Verfahrenstechnik, Elektromagnetik, Strömungsmechanik, Geomechanik, Wärmetransport, Mikrosystemtechnik, Particle Tracing, Plasma und Strukturmechanik. Das 1986 gegründete Unternehmen unterhält Niederlassungen in den U.S.A. in Burlington, MA, Los Angeles, CA, und Palo Alto, CA. Internationale Aktivitäten werden in den Niederlassungen in den Benelux Ländern, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Norwegen, Schweden, der Schweiz und Großbritannien geleitet. Darüber hinaus gibt es in Australien, China, der Tschechischen Republik, Ägypten, Griechenland, Ungarn, Israel, Japan, Malaysia, Polen, Südafrika, Südkorea, Spanien, Taiwan und der Türkei unabhängige Händler von COMSOL Multiphysics.
Weitere Informationen über das Unternehmen finden Sie auf www.comsol.de.
COMSOL und COMSOL Multiphysics sind eingetragene Handelsmarken von COMSOL AB. Capture the Concept, COMSOL Desktop, und LiveLink sind Handelsmarken von COMSOL AB. CHEMKIN ist eingetragene Handelsmarke von Reaction Design. Andere Produkt- oder Markennamen sind Handelsmarken oder eingetragene Handelsmarken ihrer jeweiligen Eigentümer.

